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EISKANTEEishockey & Eissport

Ausrüstung

Schlittschuhe schärfen: Hohlschliff, Radius, Pflege

Zwei Kanten aus Stahl entscheiden über jedes Bremsen und jeden Antritt. Was beim Schleifen passiert, welcher Radius wozu passt und woran man einen stumpfen Schuh erkennt.

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Eine Schleifmaschine führt eine Kufe über den Stein, ein feiner Funkenstrahl fällt nach unten in die Auffangschale.
Aus dem Stein kommt keine flache Fläche, sondern eine Rille mit zwei Kanten.

Die verbreitetste Fehlvorstellung über Schlittschuhe ist, dass eine Kufe unten spitz sei. Sie ist es nicht. Eine geschliffene Kufe hat unten eine Rille, und die zwei Ränder dieser Rille sind die Kanten, mit denen tatsächlich gefahren wird. Das gesamte Fahrgefühl hängt davon ab, wie tief diese Rille ist.

Der Hohlschliff und sein Radius

Die Rille entsteht, weil der Schleifstein selbst rund abgerichtet wird. Je kleiner der Radius dieses Steins, desto tiefer die Rille und desto schärfer greifen die Kanten. Angegeben wird der Radius meistens in Zoll: ein halber Zoll ist ein tiefer, sehr griffiger Schliff, ein Zoll ein flacher, gleitfreudiger. Zwischen beiden liegt eine Welt.

Welcher Radius passt, hängt weniger vom Können ab als von Gewicht und Spielweise. Schwerere Spieler drücken die Kante ohnehin tief ins Eis und kommen mit einem flacheren Schliff besser zurecht, weil sie sonst zu viel Reibung erzeugen. Leichtere Spieler brauchen mehr Biss. Auch die Eisqualität spielt hinein: sehr hartes, kaltes Eis verlangt weniger Tiefe als weiches.

Orientierung beim Hohlschliff, nicht als Vorschrift zu lesen
RadiusCharakterPasst eher zu
3/8 ZollSehr tief, maximaler BissLeichte Spieler, weiches Eis
1/2 ZollGriffig, verbreiteter StandardDie meisten Freizeitspieler
5/8 ZollAusgewogenSchwerere Spieler, hartes Eis
1 ZollFlach, sehr gleitfreudigTorhüter, lange Gleitphasen

Wie oft geschliffen wird

Ein häufig genannter Anhaltspunkt sind acht bis fünfzehn Stunden Eiszeit. Das ist eine grobe Spanne, weil der Verschleiß stark davon abhängt, wie sauber das Eis ist und ob man regelmäßig über Gummiböden läuft. Verlässlicher als jede Stundenzahl ist der Selbsttest: Fingernagel quer über die Kante ziehen. Nimmt die Kante etwas Material vom Nagel mit, ist sie scharf. Rutscht der Nagel glatt darüber, ist es Zeit.

Ein zweiter Hinweis kommt vom Fahren selbst. Wenn der Hockeystopp anfängt zu rutschen statt zu greifen, und wenn enge Bögen plötzlich weiter werden, liegt es fast immer an der Kante und nicht am Können.

Nach jeder Eiszeit, in zwei Minuten

  • Kufen mit einem Tuch trocken wischen, bevor die Schuhe in die Tasche gehen.
  • Weiche Stoffhüllen statt harter Kufenschoner für die Lagerung, harte Schoner nur zum Laufen.
  • Innenschuh herausnehmen oder Schuh weit öffnen, damit die Feuchtigkeit rauskommt.
  • Nie in einer geschlossenen Tasche im Kofferraum lagern: dort entsteht Rost über Nacht.

Was in der Werkstatt schiefgehen kann

Zwei Fehler treten regelmäßig auf. Der erste ist ein ungleicher Schliff: die beiden Kanten liegen nicht auf gleicher Höhe, weil der Schuh nicht sauber ausgerichtet war. Man erkennt es daran, dass sich der Schuh auf einer Seite gut, auf der anderen unruhig anfühlt. Prüfen lässt es sich mit einer flach quer aufgelegten Münze, die auf beiden Kanten waagerecht aufliegen muss.

Der zweite Fehler ist zu viel Materialabtrag. Jeder Schliff kostet Stahl, und eine Kufe hat davon nur eine begrenzte Menge. Wer bei jedem Termin einen halben Millimeter verliert, tauscht nach zwei Saisons. Eine gute Werkstatt nimmt so wenig ab wie nötig und fragt nach dem gewünschten Radius, statt ihn zu raten.

Ein Daumennagel wird quer über die Kante einer Kufe gezogen, feiner Abrieb bleibt auf dem Nagel liegen.
Der einfachste Test der Welt, und der zuverlässigste.
Jemand wischt die Kufen eines Schlittschuhs mit einem alten Handtuch trocken, im Hintergrund eine offene Tasche.
Zwei Minuten nach dem Training ersparen im Frühjahr eine neue Kufe.

Zwischen zwei Terminen

Zwischen den Werkstattbesuchen lässt sich mit einem Handabzieher, oft Stein oder Honing-Stein genannt, der feine Grat abziehen, der sich an der Kante bildet. Das ersetzt keinen Schliff, holt aber ein Stück Griffigkeit zurück. Wichtig ist, dabei nicht auf der Lauffläche zu arbeiten, sondern nur seitlich, mit leichtem Druck und in einer Richtung.

Wer im Sommer auf Rollen wechselt, hat mit alldem für ein paar Monate nichts zu tun. Was stattdessen zu beachten ist, steht im Text über das Inlinehockey im Sommer.

Rund ums Material

Wenn die Kufe stimmt und der Schuh trotzdem nicht funktioniert, liegt es meistens an der Passform. Der Text zur Grundausstattung beschreibt, woran man einen zu großen Schuh erkennt.

Und wer eine Werkstattkarte verschenken will, findet weitere Ideen bei den Geschenken für Eishockeyfans.