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Eishockey Regeln: Drittel, Abseits und Strafen

Eishockey sieht chaotisch aus und ist es nicht. Drei Uhren, fünf Linien und ein überschaubarer Katalog an Strafen erklären fast alles, was auf dem Eis passiert.

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Ein Schiedsrichter hebt den Arm über der blauen Linie, während zwei Angreifer knapp dahinter abstoppen und zurückweichen.
Der gehobene Arm bedeutet: die Strafe läuft noch nicht, das Team in Ballbesitz darf zu Ende spielen.

Wer zum ersten Mal in einer Eishalle sitzt, sieht vor allem Tempo. Zwölf Menschen auf einer Fläche von sechzig mal dreißig Metern, ein schwarzer Gummizylinder, der sich schneller bewegt als das Auge folgt, und alle vierzig Sekunden wechselt die halbe Mannschaft aus. Das Regelwerk dahinter ist kürzer, als dieser Eindruck vermuten lässt. Es lässt sich in einer Halbzeit lernen und macht aus dem Durcheinander ein lesbares Spiel.

Gespielt wird über drei Drittel zu je zwanzig Minuten effektiver Spielzeit. Die Uhr steht bei jeder Unterbrechung still, weshalb ein Drittel in der Halle regelmäßig vierzig Minuten dauert. Zwischen den Dritteln liegen längere Pausen, in denen das Eis neu aufbereitet wird, und die Mannschaften wechseln die Seiten. Auf dem Eis stehen pro Team sechs Personen: fünf Feldspieler und ein Torhüter.

Die Linien lesen

Die Fläche ist quer durch fünf Linien geteilt: zwei Torlinien, zwei blaue Linien und die rote Mittellinie. Zwei dieser Linien tragen die wichtigsten Regeln des Spiels.

Die blaue Linie markiert das Angriffsdrittel. Kein Angreifer darf es vor dem Puck betreten. Überquert ein Spieler die blaue Linie früher als die Scheibe, ist es Abseits, und das Spiel wird mit einem Bully außerhalb der Zone fortgesetzt. Entscheidend ist die Position der Schlittschuhe, nicht die des Schlägers: solange eine Kufe noch Kontakt zur neutralen Zone hat, ist alles in Ordnung. Genau deshalb sieht man Stürmer an dieser Linie manchmal auf einem Bein balancieren.

Die Mittellinie regelt den unerlaubten Weitschuss, im Regelwerk Icing. Schießt ein Team die Scheibe aus der eigenen Hälfte über die gegnerische Torlinie, ohne dass sie jemand berührt, gibt es ein Bully im eigenen Verteidigungsdrittel. Die Regel verhindert, dass eine unter Druck stehende Mannschaft den Puck einfach ständig wegschlägt. In Unterzahl ist sie ausgesetzt: wer eine Strafe absitzt, darf befreien.

Die vier Pfiffe, die man zuerst erkennt

  • Abseits: Angreifer vor dem Puck über der blauen Linie.
  • Unerlaubter Weitschuss: Scheibe aus der eigenen Hälfte über die gegnerische Torlinie, unberührt.
  • Handpass: Puck mit der Hand zum Mitspieler, in der Angriffszone verboten.
  • Hoher Stock: Schlägerblatt über Schulterhöhe am Puck oder am Gegner.

Strafen: zwei, fünf, zehn

Bestraft wird im Eishockey nicht mit Freistößen, sondern mit Zeit. Eine kleine Strafe von zwei Minuten schickt den Spieler auf die Strafbank, sein Team spielt in Unterzahl. Fällt in dieser Zeit ein Tor, ist die Strafe beendet und der Spieler darf zurück. Klassiker sind Haken, Halten, Beinstellen, Stockschlag und Bandencheck.

Eine große Strafe dauert fünf Minuten und läuft immer voll ab, egal wie viele Tore fallen. Sie wird für schwere Vergehen verhängt und häufig mit einer Disziplinarstrafe kombiniert, die den Spieler für den Rest der Partie aus dem Spiel nimmt. Dazwischen liegt die Disziplinarstrafe von zehn Minuten, bei der das Team nicht in Unterzahl gerät: ein Ersatzspieler rückt nach, nur der bestrafte Spieler fehlt.

Eine Besonderheit ist die verzögerte Strafe. Ist die bestrafte Mannschaft nicht in Puckbesitz, hebt der Schiedsrichter nur den Arm und lässt weiterspielen, bis das andere Team die Scheibe berührt. Deshalb sieht man in dieser Phase häufig den Torhüter zur Bank fahren: sein Team spielt kurzzeitig mit einem Feldspieler mehr, ohne Risiko.

Ein Spieler sitzt allein auf der Strafbank, den Helm noch auf, und beobachtet durch das Plexiglas das Spiel.
Zwei Minuten dauern in Unterzahl deutlich länger als auf der Uhr.
Zwei Spieler stehen sich am Bullypunkt gegenüber, die Schläger fast auf dem Eis, der Puck noch in der Hand des Linienrichters.
Jeder Pfiff endet an einem der neun Bullypunkte.

Bully, Powerplay, Unterzahl

Nach jeder Unterbrechung wird das Spiel mit einem Bully fortgesetzt, und zwar an einem von neun festen Punkten. Wo genau, hängt davon ab, wer den Pfiff verursacht hat. Diese Zuordnung ist kein Detail: ein Bully im eigenen Drittel bedeutet, dass der Gegner sofort wieder gefährlich vor dem Tor steht.

Spielt ein Team in Überzahl, spricht man vom Powerplay. Die überzählige Mannschaft baut in der Regel eine feste Formation auf, die Unterzahl antwortet mit einer Box oder einer Raute. Wie viele dieser Situationen ein Team nutzt, ist eine der aussagekräftigsten Zahlen der Saison und lässt sich in jeder Tabelle im Eishockey nachvollziehen.

Warum die Regeln so aussehen

Fast jede Regel im Eishockey löst ein praktisches Problem. Das Abseits verhindert das Lauern vor dem Tor, der unerlaubte Weitschuss das endlose Wegschlagen, die Strafzeit statt eines Freistoßes hält das Spiel in Bewegung. Wer diese Logik einmal gesehen hat, versteht auch die Ausnahmen: sie existieren fast immer, damit das Spiel schneller bleibt.

Dieselbe Logik erklärt die Aufstellung. Warum ein Verteidiger die blaue Linie hält und ein Center zwischen beiden Kreisen pendelt, ergibt sich direkt aus den Linien, die er nicht überqueren darf. Der nächste Schritt nach den Regeln sind deshalb die Positionen im Eishockey.

Von hier aus weiter

Wenn die Grundregeln sitzen, lohnt der Blick auf die Aufstellung: die Positionen im Eishockey erklären, warum welcher Spieler wo steht und weshalb ein Wechsel nach vierzig Sekunden sinnvoll ist.

Einzelne Begriffe, die hier nur gestreift wurden, stehen ausführlich im Lexikon von A bis Z. Und wer wissen will, in welcher Spielklasse diese Regeln wie streng ausgelegt werden, findet den Überblick bei den Ligen in Deutschland.