Sport
Eishockey Ligen in Deutschland: DEL, DEL2, Oberliga
Von der höchsten Spielklasse bis zur Freizeitliga, die donnerstags um 22 Uhr Eis bekommt: der Aufbau des deutschen Eishockeys in seiner tatsächlichen Breite.
Der deutsche Eishockeysport ist ein Turm mit einer sehr schmalen Spitze und einem sehr breiten Fuß. Oben stehen wenige Profiklubs mit Hallen für mehrere tausend Zuschauer, unten spielen hunderte Mannschaften zu Zeiten, die kein Publikum anzieht. Beides gehört zusammen, und beides folgt anderen Regeln.
Die Spitze: DEL und DEL2
Die höchste Spielklasse ist die Deutsche Eishockey Liga, kurz DEL. Sie ist als Liga eigenständig organisiert und spielt eine lange Hauptrunde von Herbst bis Frühjahr, an die sich eine Endrunde anschließt. Darunter steht die DEL2 mit demselben Grundaufbau. Zwischen beiden Ligen ist der sportliche Auf- und Abstieg über die Jahre unterschiedlich geregelt worden, weshalb sich ein Blick auf die jeweils aktuelle Saisonordnung lohnt, bevor man Tabellenstände deutet.
Für Zuschauer bedeutet dieser Aufbau vor allem eines: die Hauptrunde ist lang, und ein einzelnes Ergebnis bewegt die Tabelle kaum. Interessant wird es im Frühjahr, wenn die Punkte gelöscht sind und das Format wechselt. Wie das funktioniert, steht bei den Playoffs im Eishockey.
Die dritte Ebene: Oberliga
Unterhalb der DEL2 folgt die Oberliga, die aus geografischen Gründen in eine Nord- und eine Südstaffel geteilt ist. Hier treffen halbprofessionelle Strukturen auf Klubs, die von Ehrenamt getragen werden, und genau das macht die Liga sportlich schwer einzuschätzen. Reisewege sind länger, Kader kleiner, und ein einzelner Ausfall wirkt sich sofort aus.
| Ebene | Charakter | Typischer Rhythmus |
|---|---|---|
| DEL | Profibetrieb | Lange Hauptrunde, mehrere Spiele pro Woche |
| DEL2 | Profi bis halbprofessionell | Lange Hauptrunde, Endrunde im Frühjahr |
| Oberliga Nord und Süd | Halbprofessionell, regional geteilt | Wochenendspiele, weite Fahrten |
| Regionalligen | Amateur, von Landesverbänden geführt | Ein Spiel am Wochenende |
| Hobby- und Freizeitligen | Freizeit, oft ohne Körperkontakt | Abends oder früh am Samstagmorgen |
Der breite Fuß: Regional- und Hobbyligen
Unterhalb der Oberliga übernehmen die Landeseisportverbände. Sie organisieren Regionalligen und Landesligen, deren Zuschnitt sich von Bundesland zu Bundesland unterscheidet. Noch eine Ebene tiefer beginnt der Bereich, in dem die meisten Menschen tatsächlich Eishockey spielen: Hobby- und Freizeitligen, häufig mit reduziertem Körperkontakt, festen Altersgrenzen und Spielzeiten, die sich nach der Hallenbelegung richten.
Diese Ligen sind sportlich sehr unterschiedlich, organisatorisch aber erstaunlich ähnlich: Spielpläne entstehen im Spätsommer bei einer Terminsitzung, die Mannschaften stellen selbst Schiedsrichter und Zeitnehmer, und wer aufsteigt, tut das oft aus Versehen. Wer neu einsteigen will, sucht am sinnvollsten über den Landesverband und über die Hallen in der Nähe.
Die Saison durchs Jahr
Der Rhythmus ist überall ähnlich. Ab August wird trocken trainiert, im September beginnt die Eiszeit, ab Oktober läuft der Spielbetrieb. Die Hauptrunde zieht sich durch den Winter, im Februar und März folgen Endrunden, und im April endet die Saison, weil vielerorts das Eis abgetaut wird. Der Sommer gehört dem Trockentraining und dem Inlinehockey.
Wer Tabellen und Ergebnisse aus verschiedenen Ebenen nebeneinanderlegen will, stößt schnell auf das Problem, dass jede Liga ihre Daten anders veröffentlicht. Welche Portale sich dafür eignen, steht im Überblick über die Datenbanken und Statistikportale.
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Der spannendste Teil der Saison beginnt, wenn die Tabelle gelöscht wird: die Playoffs im Eishockey erklären Serienformate und warum ein Viertelfinale anders funktioniert als dreißig Hauptrundenspiele.
Und wer aus dem Zuschauen ein eigenes Spiel machen will, findet den Einstieg beim Eishockeytraining sowie bei der Grundausstattung.