Gesundheit & Ernährung
Ausgleichssport für Eishockeyspieler: was wirklich hilft
Der Fahrstand im Eishockey ist einseitig: viel Hüftbeugung, wenig Streckung, kaum Stoßbelastung. Was daneben stattfinden sollte und warum die Geselligkeit dazugehört.
Eishockey belastet den Körper intensiv, aber sehr einseitig. Der Fahrstand hält die Hüfte über die gesamte Einheit gebeugt, der Abstoß erfolgt seitlich statt nach hinten, und die Bewegung ist gleitend, also praktisch ohne Stöße. Was daraus über Jahre wird, sieht man an typischen Beschwerdebildern: verkürzte Hüftbeuger, schwache Streckerkette, ein Rumpf, der Rotation schlecht abfängt.
Ausgleichssport ist deshalb keine Sache für die Sommerpause allein. Er gehört ganzjährig dazu, und er soll genau das liefern, was das Eis nicht liefert.
Die vier Lücken
Erstens fehlt Stoßbelastung. Knochen und Sehnen brauchen Belastung, die durch Aufprall entsteht, und Gleiten liefert sie nicht. Laufen, Springen und Ballsportarten schließen diese Lücke, sollten aber langsam aufgebaut werden, weil genau hier Überlastungen entstehen, wenn man aus dem Nichts startet.
Zweitens fehlt Hüftstreckung. Wer stundenlang gebeugt fährt und danach sitzt, braucht ein Gegenprogramm: Hüftbeuger dehnen, Gesäßmuskulatur kräftigen, aufrechte Positionen üben.
Drittens fehlt Rumpfstabilität in der Rotation. Schüsse und Zweikämpfe verlangen sie, das Training liefert sie selten. Und viertens fehlt oft die lange, ruhige Einheit: eine Grundlagenausdauer, die im dritten Drittel den Unterschied macht.
| Sportart | Schließt | Hinweis |
|---|---|---|
| Laufen | Stoßbelastung, Grundlagenausdauer | Umfang über Wochen steigern, nicht über Tage |
| Radfahren | Ausdauer ohne Gelenkbelastung | Verstärkt die Hüftbeugung, also dehnen |
| Krafttraining | Rumpf, Gesäß, Streckerkette | Einbeinige Übungen bevorzugen |
| Schwimmen | Schultergürtel, Regeneration | Gute Wahl nach harten Wochen |
| Ballsport | Antritte, Richtungswechsel, Spaß | Verletzungsrisiko realistisch einschätzen |
| Kegeln und Bowling | Rotation, Zielgenauigkeit, Mannschaftszeit | Kein Ersatz für Ausdauer, aber ein guter Abend |
Der gesellige Teil ist kein Beiwerk
Zwischen Oktober und März sehen sich Mannschaften ausschließlich in kalten Hallen, meistens spätabends, halb umgezogen und unter Zeitdruck. Der Ausgleich, der am häufigsten praktiziert wird, ist deshalb kein Ausdauerprogramm, sondern ein fester Abend im Monat: Kegeln, Bowling, Grillen, Wandern. Sportlich ist das überschaubar, für die Mannschaft ist es zentral.
Solche Termine haben eine lange Tradition im Amateursport, und sie funktionieren aus einem einfachen Grund: sie finden auch dann statt, wenn keine Eiszeit verfügbar ist. Wie man so etwas plant, ohne dass es nach zwei Monaten einschläft, steht im Text über den Mannschaftsabend.
Wie viel, und wann
Zwei Einheiten pro Woche neben dem Eis sind ein realistisches Ziel für Freizeitspieler: eine Krafteinheit und eine ruhige Ausdauereinheit. In der Saison werden sie kürzer, im Sommer länger. Wichtig ist die Verteilung: eine harte Krafteinheit direkt vor einer Eiszeit bringt beide um ihren Effekt.
Eine Woche, wie sie funktionieren kann
- Montag: ruhige Ausdauer, vierzig bis sechzig Minuten.
- Mittwoch: Kraft, Schwerpunkt Rumpf und einbeinige Übungen.
- Donnerstag: Eiszeit.
- Samstag: Spiel oder frühe Eiszeit.
- Sonntag: Bewegung ohne Plan, Spazieren zählt.
Wer nach einer Verletzung wieder einsteigt oder anhaltende Beschwerden hat, sollte das mit einer ärztlichen oder physiotherapeutischen Fachperson klären, bevor er einen Plan übernimmt. Ein Magazintext kann Orientierung geben, keine Untersuchung ersetzen.
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Wie eine Eiszeit selbst strukturiert wird, damit Ausgleich und Eistraining zusammenpassen, steht beim Aufbau einer Trainingseinheit.
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